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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [Internationale Ligen & Pokale] Meine schönsten Spiele aller Zeiten


PapaBouba
14.04.2009, 19:05
Mein Zweiter Besuch in der Allianz Arena brachte mir zugleich mein bisher aufregendstes und emotinalstes Fussballspiel.

Deutschland gegen Schweden, WM-Achtelfinale 2006.

Samstag. 35 Grad im Schatten. Mindestens.
Ich war mit Locke in München zu einem kleinen Abstecher. Elfenbeinküste gegen Serbien schauen und die Daumen drücken, dass es zu einem sehr schönen Achtelfinale kommen wird, zu dem wir glücklicherweise Karten besaßen. Wie es der Zufall wollt wurde der Traum wahr. Wir werden Deutschland sehen. Und dann auch noch gegen Schweden.

Nach vorher durchzechter Nacht mit Laas fiel das Aufstehen doch etwas schwer. Angesichts der Aufregung ging's aber doch schneller als normal und schneller als erwartet. Aufgestylt und gedeutschlandet ab zur S-Bahn. Wir hatten vorher eine kleine Einweisung vom ortskundigen 60-Fan erhalten. :love:
Überpünktlich am Stadion angekommen war es doch schon überall sehr, sehr überfüllt. Überfüllt mit Schwedinnen. :bitte:

Paar Bierchen und Gespräche später wurde die Südtribüne erklommen. 6. Reihe von oben unter dem Dach. Gott, ist das Steil und eng da. Eieiei.

Die Deutschen betreten das Grün zum aufwärmen. Leider - aus unserer Sicht - auf der falschen Seite des Feldes. Die Blick galten also dem Schweden-Block direkt neben uns.

Einlauf. Circa 64.000 deutsche Fans erheben sich und singen die Nationalhymne mit - so gut es geht. Gänsehaut wie nie zuvor.
Wir hatten schon wieder Glück: Es entwickelte sich ein sehr, sehr flottes Spielchen.
Klose, Poldi, Klose, Poldi, Tor. Auf unserer Seite. Hautnah dabei. Lärmpegel mindestens so hoch, als ob sich Poldi in Köln ein Brötchen kauft und nett winkt. Unfassbar.
Kurz darauf ähnliche Szene, Hütte, 2:0. Wieder auf unserer Seite. Ballack winkt uns zu. Nur uns beiden natürlich. Der Lärmpegel vom 1:0 ohne Probleme übertroffen.
Weiter, weiter, weiter. Immer anfeuern. Schneider schießt vorbei- wie überraschend...
Danach wächst der schwedische Keeper über sich hinaus und pariert alles was auf seinen Kasten kommt glänzend.
Gelb/Rot für einen Schweden. Richtig so. Raus mit dem. Da brennt nix mehr an...
Halbzeit. Bier. Habe ich eigentlich schon erwähnt, WIE steil es da ist? Vor allem, wenn man etwas getrunken hat.

Zweite Häfte. Auf geht's. Heimfahren, das Ding.
Elfer. Neeeeiiiinnnnn!
Lehmann, Larsson, drüber, grenzenlose Freude. Dann aber direkt jeglichen Sitznachbarn beigebracht, dass Oli Kalm den Ball trotzdem sicher gehalten hätte und Lehmann die absolut falsche Wahl war.
Das Spiel plätschert so vor sich hin, das ganze Stadion sehnt sich dem Abpfiff entgegen. Nun war es so weit. Schluß, Aus, wir sind weiter. Alle Spieler werden bei der Ehrenrunde abgefeiert wie doof. Zurecht.
Wir verlassen als eine der Letzten das Stadion und sind immer noch restlos begeistert.

Anschließend Argentinien schauen, Weißbier trinken und Schweinshaxe essen.

So sollte Fussball immer sein und deswegen liebe ich diesen Sport so.

www.papabouba.de/Schweden.avi

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Laktose
14.04.2009, 19:09
Toller Thread.
Werde mich morgen mal 3 Spielen widmen, und zwar
Deutschland - Polen 2006
England - Paraguay 2006
FC Erfurt - Fc Bayern 2008 DFB

luke
14.04.2009, 19:35
Puh in dem Thread hier könnte ich einige Spiele schreiben. Aufstieg gegen Bayreuth, 3:1 zuhause gegen Köln, Auswärtssieg in KL letztes Jahr, 5:0 daheim gegen KL oder auch der 1:2 Sieg bei Hoffenheim in Regionalliga inklusive verschossenem 11m von Maric in der 90 min

Aber das beste war wohl immer noch das Spiel gegen Darmstadt im Aufstiegsjahr.

Koblenz - Darmstadt 30. Spieltag Koblenz 53 Punkte Darmstadt 48

Letzte kleine Chance für Darmstadt uns noch von Platz 2 zu verdrängen.
86 Minuten passierte dann einfach mal nix. Dann allerdings überschlugen sich die Ereignisse.

Ecke für Koblenz Kopfball Dzaka 1:0
(http://www.youtube.com/watch?v=0D7kj-K8HBY)

Jeder nur noch in Aufstiegseuphorie, Nie mehr 3.Liga schallte durchs Stadion. Doch in der 88. min wurden die Gesänge jäh durch das 1:1 der Darmstädter gestoppt.
Allerdings machte dann wieder Anel Dzaka sofort nach dem Anstoss im direkten Gegenzug in der 89. Minute das 2:1 (http://www.youtube.com/watch?v=MYIaDi08E44)
Von da an war die Aufstiegseuphorie nicht mehr zu stoppen.
Spiel ging dann natürlich auch 2:1 aus.


Eine Woche später gab es dann einen 1:0 Sieg in Augsburg beim damaligen Tabellenführer und eine Woche darauf gab es dann mit einem 2:2 zu Hause gegen Bayreuth dann denn endgültigen Aufstieg. Allerdings wusste jeder mit dem Spiel gegen Darmstadt das man Aufsteigt.

EDIT

Trotz Darmstadt Spiel
größter moment im Stadion den ich je erlebt hab natürlich das Aufstiegstor (http://www.youtube.com/watch?v=W_5gDVmUVRw&feature=related)

Remsen
14.04.2009, 19:42
Sind hier nur Spiele gemeint, die man im Stadion gesehen hat?

Ansonsten waren es bei mir Deutschland gegen Holland 1990, Bayern gegen Valencia (wobei ich das nervlich nicht durchgestanden habe, musste zum Elferschiessen rausgehen) und natürlich HSV-BAY (1:1).

Da Kindheitserinnerungen prägen ist mir auch noch der Sieg von Leverkusen im UEFA-Cup präsent, das war eine irre Sache mit Bum Kun Cha.

Im Stadion selbst hatte ich immer Pech. Einmal war ich zu einem Saisonfinale - Bayern hätte noch Meister werden können - im Olympiastadion. Wenn ich es richtig in Erinnerung hatte, haben wir damals noch nicht einmal gewonnen. Es war gegen Bayer Uerdingen, Funkel stand da noch aufm Platz, zusammen mit Brian Laudrup.

Ach, überhaupt, Laudrup :sabber:.

PapaBouba
14.04.2009, 19:56
Ich meinte hier für diesen Thread im Stadion. :)

kilu
14.04.2009, 19:57
Ach herje wie gerne erinnere ich mich noch an dieses Spiel. Es war Sonntag, der 25 Mai des Jahres 2003. Es steht der 34.Spieltag der 2 Fussballbundesliga an. Eintracht Frankfurt trifft auf den SSV Reutlingen. Situation vor dem Spiel war wie folgt. Die SGE steht Punktgleich, aber mit dem besseren Torverhältniss auf Rang 3, der den Aufstieg in die 1 Liga bedeutet, vor Mainz 05. Selten war ich so angespannt vor einem Spiel wie vor diesem, schließlich habe ich mit meinen damals 11 Jahren, doch noch nicht als so viel Live im Waldstadion erlebt.
Meine Gedanken vor dem Spiel waren, kommt Jungs schießt den SSV in die Regionalliga und bitte Eintracht Braunschweig putzt die Mainzer.

Spiel ging vor 25000 Zuschauern auf der Baustelle Waldstadion los. Und damn yeah wie geil es losging. 5 Minuten gespielt und J***s/NadW/Judas macht das 1-0. Aber dann im Gegenzug macht Nico Frommer den Ausgleich, na klar ausgerechnet der wollte er nicht in der 1 Liga danach spielen?. Ein spannendes Spiel entwickelte sich, man war immer auch ein Ohr im Braunschweig. Ernüchternd waren allerdings die Nachrichten von dort. Benjamin Auer drehte auf und traff wie nie zuvor. Aber zum Glück spielten die Alder auch mit. Schur und Skela trafen und man führte 3-1 zu Pause. Zu dem Zeitpunkt war man Aufgestiegen.
Dann ab in den 2 Durchgang. Auer traf mal wieder Mainz führte inzwischen 4-0. Und dann kam ausgerechnet der SSV. Innerhalb von 2 Minuten 2 Tore. So eine kacke 3-3. Der Aufstieg war weit weit weg. Lange tat sich nichts, da half erstmal er eingewechselte Diakite nichts. Dann traf Diakite 7 Minuten vor Schluss. 4-3. Aber in 7 Minuten + X 3 Tore erziehlen.!? Ohje. Dann endlich gute Kunde aus Braunschweig. Es stand nur noch 4-1. Und die SGE braucht nur noch 2 Tore. Dann das die letzte Minute bricht an und Diakite trifft. Man man man 1 Tor noch. Mein Herz pumpte wie sonst was. Und dann traff plötzlich Montero Tooor. Aber es zählte nicht. Ohje Ohje. Dann es gab noch einmal Ecke. Das Spiel in Braunschweig es war schon vorbei. Die letzte Chance. Die Ecke kurz ausgeführt. Henning Bürger flankt.... dann Alexander Schur....Kopfball....Tooooooooooooooooooooooooooor ....

http://static.rp-online.de/layout/showbilder/398-398_schur.jpg

Danach extase Pur. Nie mehr, nie mehr, nie mehr nie mehr 2 Liga nie mehr, nie mehr nie mehr!

Boa ich hab eben wieder Gänsehaut bekommen.

PapaBouba
14.04.2009, 19:58
Ist das da hinten DER Rolfes? :eek:

Laras Dad
14.04.2009, 20:03
Meine schönsten Spiele waren:
Dortmund : 1860 München 1996 33. Spieltag
Dortmund : Juventus Turin Championsleague Finale 1997

kilu
14.04.2009, 20:05
Ist das da hinten DER Rolfes? :eek:

:ugly: hab das bild vor 1,2 Wochen im alten Forum gepostet, da kam die selbe Frage (vielleicht auch von dir?)

und ja er ist es

Senshi_
14.04.2009, 20:25
Ich war zwar nich im Stadion - aber wenn ich heute den Radio-FFH Mitschnitt vom 29.5.1999 höre und die Bilder sehe, dann kommen mir die Tränen.

http://www.bundesliga.de/media/images/bundesliga/clubs&spieler/14_frankfurt/personen/a_-_h/fjoertoft02_345x468.jpg


Ein weiteres Highlight war dann das 6:3 - hat ja IkillU schon geschrieben. Und das Spiel gegen Real Madrid letzten Sommer, die in Bestbesetzung angetreten sind. Das war einfach eine super Sache.

Was ich nie vergessen werde - war ich auch im Stadion - Das 2:5 am 15.4.1995 gegen die Bayern. War eines meiner ersten Spiele im Stadion und wir kriegen gegen die Bayern auf n Sack. Total traurig geh ich nach Hause und habe mich diebisch gefreut, dass das Spiel dann doch für uns gewertet wurde, weil Trapp 4 Nicht-Lizenz-Spieler eingesetzt hat.

Fox
14.04.2009, 20:57
Mein allererstes MSV Spiel live im Stadion,1.11.1991 gegen Eintracht Frankfurt.
Unglaublich geile Stimmung, weil MSV und Frankfurt damals befreundet waren. Frankfurter mit MSV Gesängen und umgekehrt genau so. Dazu Wedau in Flammen mit Bengalos an einem Freitag Abend.
Frankfurt damals klarer Favorit mit Spielern wie Stein, Binz, Sippel, Möller, Bein, Yeboah ...
Duisburg dagegen mit Nijhuis, Steininger, Azzouzi, Tönnies, Tarnat ( :grummel:) ...
Frankfurt spielerisch sehr gut, der MSV hielt mit Kampf und Laufbereitschaft dagegen.
0:1, 1:1, 1:2, 1:3, 2:3, 2:4, 3:4, 3:5, 3:6. Dazu wurde dem MSV ein Elfmeter zu Unrecht verweigert, schon damals wurden wir beschissen wie man sieht :D
Dieses Spiel machte mich dann endgültig zum MSV Fan, dieser Kampfgeist, diese Hingabe, ein Traum. Bis zu dem Tag hab ich nicht viel von Stadionbesuchen gehalten. Anderen beim Fußball spielen zusehen, da spiel ich lieber selbst. Und jetzt?

Dann noch das Spiel gegen Burghausen am 31.Spieltag 2004/05. Ein ganz wichtiges Spiel für den Aufstieg. Zur Halbzeit 1:3 hinten, Koch tritt die Kabinentür ein. Zweite HZ dreht der MSV auf und gewinnt 4:3. Unglaubliche Atmosphäre und sehr edles Spiel.

Zum Abschluss noch der 1:0 Sieg in Frankfurt, der dann den Aufstieg perfekt machte. Frühe 1:0 Führung durch Ahanfouf, Koch hält einen Elfmeter und einfach nur zittern bis es endlich soweit war. Nach dem Spiel zurück nach Duisburg, mitten in der Nacht haben sich zig Tausend MSV Fans in der Arena versammelt. Die Mannschaft kam dann auf der Ladefläche eines LKW's rein gefahren und einfach nur Party. Dieser unglaubliche Tag endete dann darin, dass ich heulend auf dem heiligen Rasen lag und Walter Hellmich zu mir kam und fragte, ob alles in Ordnung ist. Nächsten Tag Krankenschein.

Billy McNeill
14.04.2009, 21:53
Mein schönstes Spiel im Stadion war auch mein erstes. Ui-Cup Finale Rückspiel gegen Standard Lüttich. Hinspiel ging 1:0 verloren. War schon den ganzen Tag aufgeregt...natürlich schlecht geschlafen in der Nacht davor...

Also zum Stadion. Trikot hatte ich schon, ne Fahne bekam ich geschenkt an dem Tag und dann natürlich erstmal den Adenauerring zum Stadion hingelaufen. Dann ins Stadion rein und erstmal erschlagen von der Größe des Stadions und dem Anblick, wenn man zum ersten mal die Treppen hochläuft und einfach Stadionluft riecht und den Kessel voller Leute und die Gegengerade sieht (war damals im LBS-Familienblock).

Jedenfalls sehr geniale Stimmung und man hatte so viel zu schaun. Aber das Spiel war auch fantastisch, vor allem spannend. Lange 1:1 beinahe ausgeschieden, dann zum Ende machen, wenn ich mich noch richtig erinnere Manni Bender und Gunter "wer schießt jeden ball ins Netz" Metz noch zwei Tore für den KSC und es fliegen zwei Belgier vom Platz innerhalb von 3 Minuten vom Platz. Karlsruhe weiter...Uefa Cup.

Eines der hässlichsten Spiel war übrigens ein 0:5 daheim gegen Brondby. Kalt, es pisst ohne Ende und man verspielt ein 3:1 aus dem Hinspiel. Dann winkt vorm Spiel Icke noch mit seiner Krücke in die Gegengerade...furchtbar.

Danach kamen schon noch einige sehr schöne Spiele und auch hässliche. Aber die Beiden sind noch am ehesten und vor allem am langfristig hängen geblieben.

Kressla1981
15.04.2009, 16:21
Mein absolutes Highlight bisher war das DFB-Halbfinalspiel "GLubb vs Frankfurt" im MAx-Morlock-Stadion in der Saison 2006/2007.

Schon den ganzen Tag über und auf den Weg ins Stadion dieses Kribbeln im Bauch, das, wenn wir gewinnen nach Berlin fahren. (Wie es ausging weiß jeder):-)

Im und am Stadion eine Euphorie, wie ich es noch nie erlebt habe.
Auch die geniale Choreo der UN94 absolu geil.
http://img156.imageshack.us/img156/8833/bild06.th.jpg (http://img156.imageshack.us/my.php?image=bild06.jpg)

Als dann nach 3 Minuten das 1:0 durch Engelhardt fiel, war die Stimmung am kochen. Am Ende schlug man die Hessen mit sage und schreibe 4:0 und der Weg nach Berlin war geebnet. (Leider bekam ich für´s Finale keine Karte, womöglöich wäre das dann mein Spiel des Lebens gewesen.)

Danach mit Kumpels in der Bar den Sieg gefeiert bis in die Morgenstunden und dananch auf arbeit. -WAr auch geil-!!!

Ebenfalls ein Highlight war mein erstes Spiel beim Glubb in der Saison 1991.
Freitagabend, Flutlichtspiel, Gegner: MSV Duisburg: Ergebniss: 0:1 verloren, aber der Glubb hatte einen Fan mehr.

Sonst noch das Spiel FCN: Kölle, als unser Andy Köpke den Elfer gegen Illgner verwandelte. :)

Oppa Tom
15.04.2009, 16:33
CL-Halbfinale 1997 in Dortmund, ich habe ihn live spielen gesehen, nur ein paar Meter von mir entfernt die Nummer 7 der Red Devils, Uniteds besten Spieler aller Zeiten:

http://www.sporting-heroes.net/files_football/CANTONA_Eric_19960324_GH_L.jpg

Unvergesslich....

motorian
15.04.2009, 20:03
Für mich gibt es irgendwie kein schönstes Spiel.
Die schönsten Spiele mit meinem Heimatverein sind die, in denen wieder ein Funke Hoffnung aufkeimt. Bei uns gehts ja bekanntlich gegen den Abstieg, auch schon mal um den Aufstieg, jüngst aber auch leider wieder gegen Abstieg.
Eben die Spiele in denen du vorher x-mal enttäuscht wurdest, in denen die Mannschaft dir selten gezeigt hat dass sie wirklich mit letztem Einsatz spielt, dass sie wirklich noch dran glaubt das Unmögliche zu packen - eben die Spiele wo sie das alles vergessen machen und mit einem knappen Sieg wieder alle Zeichen auf Hoffnung stellen sind für mich die schönsten. So ein Spiel war letzte Saison bspw. in Karlsruhe wo Bartels kurz vor Schluss das 2:1 schießt und man wieder an den Klassenerhalt glaubt. Ein jenes Spiel war jetzt auch gerade am Donnerstag wo man mit einem dreckigen Sieg Fürth 1:0 besiegt. Da ist einfach dieses Adrenalin was ich jedes mal im Stadion spüren möchte und warum ich auch jedesmal Strapazen, Geld und noch so einiges mehr aufbringe um Hansa Rostock zu unterstützen, denn oft merke ich, dass dieses Gefühl des Glücks und der Ekstase bei einem wichtigen Tor bzw. Sieg schöner ist als fast jeder andere Erfolg. Vielleicht nicht so wichtig aber einfach so unersetzbar.

Euth
15.04.2009, 20:52
Das beste Spiel, welches ich Live im Stadion miterleben durfte, fand am 03.04.1999 im Westfalenstadion in Dortmund statt.


Borussia Dortmund - FC Bayern 2:2 (2:0)


Das war ein sensationelles Spiel gewesen. Spiel ging natürlich, wie fast immer in Dortmund, gefühlte 30 min später los.

Grund:

http://images.zeit.de/bilder/2008/36/bildergalerien/galerien/bg-kahn/09.jpg

Dortmund nach ner halben Stunde mit 2:0 in front durch Doppelpack-Herrlich und dann gings rund. Kuffour sah nach 36 Minuten Rot... :sammyfacepalm:

http://www.spiegel.de/img/0,1020,108618,00.jpg

...und Kahn drehte frei :D

BÄMM
http://www.schade-deutschland-alles-ist-vorbei.com/images/kahn/kahn023.gif

BÄMM
http://1.bp.blogspot.com/_I3kIJS7o5ts/SIgILhIIl7I/AAAAAAAABKM/adUOWFy3qqE/s320/kahn_herrlich.jpg

BÄMM
http://images.zeit.de/bilder/2008/36/bildergalerien/galerien/bg-kahn/07.jpg

HALBZEIT

Kurz nach der Pause konnte dann auch Reuter frühzeitig unter die Dusche und
dann fiel auch schon der Anschluss durch Zickler...

und 5 Minuten später der Ausgleich durch "Carsten Jancker Fussballgott"

http://www.tribuneindia.com/2002/20020602/sport8.jpg


Kurz vor Ende schwalbte sich dann noch Dede durch den Ostersamstag und Dortmund bekam noch nen Elfmeter zugesprochen...

Ricken lief an, der Sieger war...

http://www.n24.de/media/_fotos/bildergalerien/oliverkahn/kahn22_gross.jpg


das Spiel werde ich nie vergessen...

Zlatan
15.04.2009, 21:03
Mein schoenstes Spiel ganz klar Bayern gegen Real Madrid, damals 2002 noch im Olympiastadion. Muss das Achtelfinale gewesen sein, extrem geiles Spiel, zum Grossteil noch mit der Siegermannschaft von 2001.
Mit der Erwartung auf ein absolutes Topspiel nach Muenchen gefahren, und das zu grossen Teilen auch bekommen, wenn auch zu Anfang etwas sehr von Taktik gepraegt.
Ich glaube 80. Minute 1:0 fuer Real, Torschuetzen weiss ich leider garnicht mehr, hab ich damals auch vor lauter Aufregung garnicht richtig wahrgenommen.
Dann ca. 81. Minute Elfmeter fuer Bayern! Effenberg verschiesst! Ich war noch nie so wuetend wie in dieser Szene, denn ich sah schon jegliche Felle davon schwimmen, und rechnete bereits mit der drohenden Niederlage.
Dann etwa 85. Minute Tor fuer Bayern. Torschuetze mit der Nummer 11....Stefan? Effenberg! Stefan? Effenberg! STEEEEEEFAAAAAAN? EFFEEEEEENBERG!!!! Grandioses Gefuehl, unbeschreiblich geil dieser Moment! Zu diesem Zeitpunkt waere ich ueber das 1:1 auch noch sehr gluecklich gewesen, dann allerdings geschah es.
89. Minute...Brazzo auf der rechten Seite durch, kommt zum Flanken und in der Mitte nickt Claudio Pizarro ein. Fuer dieses Tor und vor allem dieses geile Gefuehl bin ich ihm heute noch dankbar. Ihr koennt euch kaum vorstellen was da in dem Moment in mir vorging. Hatte mich vorher noch nie so sehr und vor allem nicht in der Form ueber einen Sieg meiner Bayern gefreut. :)

Bayern 2:1 Real

MainzAD
15.04.2009, 21:53
Ach herje wie gerne erinnere ich mich noch an dieses Spiel. Es war Sonntag, der 25 Mai des Jahres 2003. Es steht der 34.Spieltag der 2 Fussballbundesliga an. Eintracht Frankfurt trifft auf den SSV Reutlingen. Situation vor dem Spiel war wie folgt. Die SGE steht Punktgleich, aber mit dem besseren Torverhältniss auf Rang 3, der den Aufstieg in die 1 Liga bedeutet, vor Mainz 05. Selten war ich so angespannt vor einem Spiel wie vor diesem, schließlich habe ich mit meinen damals 11 Jahren, doch noch nicht als so viel Live im Waldstadion erlebt.
Meine Gedanken vor dem Spiel waren, kommt Jungs schießt den SSV in die Regionalliga und bitte Eintracht Braunschweig putzt die Mainzer.

Spiel ging vor 25000 Zuschauern auf der Baustelle Waldstadion los. Und damn yeah wie geil es losging. 5 Minuten gespielt und J***s/NadW/Judas macht das 1-0. Aber dann im Gegenzug macht Nico Frommer den Ausgleich, na klar ausgerechnet der wollte er nicht in der 1 Liga danach spielen?. Ein spannendes Spiel entwickelte sich, man war immer auch ein Ohr im Braunschweig. Ernüchternd waren allerdings die Nachrichten von dort. Benjamin Auer drehte auf und traff wie nie zuvor. Aber zum Glück spielten die Alder auch mit. Schur und Skela trafen und man führte 3-1 zu Pause. Zu dem Zeitpunkt war man Aufgestiegen.
Dann ab in den 2 Durchgang. Auer traf mal wieder Mainz führte inzwischen 4-0. Und dann kam ausgerechnet der SSV. Innerhalb von 2 Minuten 2 Tore. So eine kacke 3-3. Der Aufstieg war weit weit weg. Lange tat sich nichts, da half erstmal er eingewechselte Diakite nichts. Dann traf Diakite 7 Minuten vor Schluss. 4-3. Aber in 7 Minuten + X 3 Tore erziehlen.!? Ohje. Dann endlich gute Kunde aus Braunschweig. Es stand nur noch 4-1. Und die SGE braucht nur noch 2 Tore. Dann das die letzte Minute bricht an und Diakite trifft. Man man man 1 Tor noch. Mein Herz pumpte wie sonst was. Und dann traff plötzlich Montero Tooor. Aber es zählte nicht. Ohje Ohje. Dann es gab noch einmal Ecke. Das Spiel in Braunschweig es war schon vorbei. Die letzte Chance. Die Ecke kurz ausgeführt. Henning Bürger flankt.... dann Alexander Schur....Kopfball....Tooooooooooooooooooooooooooor ....

http://static.rp-online.de/layout/showbilder/398-398_schur.jpg

Danach extase Pur. Nie mehr, nie mehr, nie mehr nie mehr 2 Liga nie mehr, nie mehr nie mehr!

Boa ich hab eben wieder Gänsehaut bekommen.

Darf ich deinen Namen mit der Realität vereinen?:magath2:

Habe nie mehr wegen Fußball geweint :usad:


Ansonsten war das Spiel, was mir auch nach drei Jahren noch einen kalten Schauer über den Rücken jagt, das Pokalspiel gegen Kaiserslautern. Damals mit dem Sonderzug runtergefahren, mit meinem Cousin. Hatte damals meine Karte später als er gekauft, deshalb woanders gesessen als er. Was heißt gesessen, war eigentlich die ganze Spielzeit auf den Beinen, war mir letztendlich auch wurscht.

Zum Spiel selbst, Lautern ging recht früh durch Engelhardt in Führung. In der Pause die Stimmung natürlich nicht blendend. Dann erst mal was zu trinken geholt, alles damals in einem Marco Engelhardt-Becher. Zufall? Man weiß es nicht. Auf jeden Fall ging das Spiel weiter, wir erzielten durch Da Silva den Ausgleich. Dann fliegt Skela bei Lautern vom Platz, wir kriegen es aber nicht auf die Reihe, das Spiel zu entscheiden, Lautern hätte dann in der Verlängerung noch treffen können, haben sie aber nicht. Dann, kurz vor Schluss wird Babatz, damals etatmäßiger Elfmeterschütze eingewechselt.

Das Elfmeterschießen war dann der Horror. Lautern trifft den ersten Elfer, ausgerechnet Babatz, zeit meiner Existens für 05 immer mein persönlicher Lieblingsspieler ballert den Ball irgendwohin, nur nicht ins Tor. Stattdessen trifft der nächste Lauterer. Demirtas tritt an, scheitert an Macho, mit nem eher schwachen Elfmeter. Dann tritt Zandi an, schießt, der Ball geht gegen die Latte, auf den Boden, irgendwo in Tornähe, ob vor oder hinter der Linie ist für mich hinter dem Tor nicht zu sehen, war knapp unter dem Dach. Auf jeden Fall fange ich einfach an, zu jubeln, und der Schiri entscheidet auf vor der Linie. Ob der Ball drüber war, habe ich mir nie mehr angeguckt. Was ich weiß, ist, dass wir die nächsten drei Elfer getroffen haben, Lautern trifft nur noch einmal, und dann tritt Petr Ruman an.
Gänsehaut (www.youtube.com/watch?v=fkG5uQK6Rl8)

Ansonsten gab es noch einige Spiele, die mir wohl in Erinnerung bleiben werden, die ich aber leider nicht im Stadion erlebt habe, sondern in irgendner Vereinskneipe oder ähnlichem, etwa den Aufstieg in die Bundesliga.

mehl
15.04.2009, 23:46
Das Lustige an diesem Aufstiegsrennen Mainz vs FFM war ja damals, dass das ZDF in ihren Nachrichten ca. 30min vor Schluss erklärt hat Mainz sei aufgestiegen. Ich kannte die Ergebnisse nicht und hab das damals so hingenommen. In den nächsten ZDF Nachrichten hieß es dann schlagartig FFM sei aufgestiegen...

Wenzke
16.04.2009, 11:14
Mein schönstes Spiel kommt aus den Niederungen der Regionalliga (ja damals noch die 3. Liga :grummel:) und ist ein Derbysieg meines CFC auswärts in Aue. Schön weil Derbysieg und geil weil so unerwartet. Am 22.09.2001 war es wieder so weit, nach dem sang und klanglosen Abstieg aus Liga 2 mussten wir wieder die 30 km zu den Schachtis reisen. 1999 nach einer furiosen Rückrunde mit anschließendem Auftstieg in Liga 2 wurde ein Song besonders Kult bei den Chemnitzern-> Wir fahren nie mehr nach Aue.... Was diese nicht vergessen hatten und uns mit einem riesigen " Ganz Aue lacht, Wilkommen im Schacht" Transparent begrüßten. Sehr Lustig, tat schon weh das zu lesen, aber unsere Genugtuung war nah. Uns ging es eher schlecht, da wir im Gefühl der sicheren oder üblichen Niederlage beschlossen hatten den Tag mit Alkohol satt zu beginnen. Die Zugfahrt, die trotz nur 30 km 1,5 Stunden dauerte, tat ihr übriges dazu. Erkenntnis eins des Tages: man kann sich in 1,5 Stunden einen Mordsrausch ansaufen, Erkenntnis zwei: ein Kater 14Uhr Nachmittags in der prallen Herbstsonne ist scheiße.

Vor dem Spiel gab es eine Nette Choreo der Chemnitz Ultras:
http://img15.imageshack.us/img15/7062/auecfcchoreo800x600r.th.png (http://img15.imageshack.us/my.php?image=auecfcchoreo800x600r.png)
wahrscheinlich auch von den Schachti´s aber irgendwie hab ich kein Bildmaterial. Zum Spiel, in Halbzeit eins plätscherte das so vor sich hin und das einzige was knisterte war die Spannung zwischen beiden Fanlagern. Schönes Wetter, Kater und das Gefühl wieder mal in der 80 min das 0:1 zu bekommen begleiteten uns in die Halbzeitpause. Aber in Halbzeit 2 sollte alles anders kommen. Nach einem Konter für Chemnitz steht Meissner am langen Pfosten völlig frei, bekommt den Ball maßgerecht auf den Kopf und nickt ein zum 1:0 für Chemnitz. Danach erinner ich mich nur noch an Ekstase, und schmerzen im Kopf und im Rest vom Körper, da exzessives rumhüpfen im Vollrausch mit Stürzen bestraft wird. Da ich nicht der einzigste war dem es so ging rollte ein Pulk von Fans von der Mitte des Blocks, über die harten Steintraversen, runter Richtung Zaun. Schmerzen überall, aber egal wir führten 1:0. Ab da hatte Chemnitz das Spiel vollkommen unter Kontrolle. So was hatten wir uns in unseren kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Aber es kam noch besser, wenn man die Chance hat den "Feind" zu vernichten sollte man die Nutzen. Ein Elfmetertor für den Club sowie ein Kopfballtor nach einem Freistoß besiegelte die 3:0 Niederlage für die Schachti´s. Endlich mal mit erhobenem Kopf (wenn auch schmerzendem) aus Aue rausfahren, ein Derbysieg auswärts und dann noch zu null. Es gibt nichts schöneres.

Highlights ähnlicher Kajüte danach halten sich ja durchaus in Grenzen für den Chemnitzer Fussball, so dass dieses Spiel doch in bester Erinnerung bleibt.
PS: Schon im Rückspiel konnten die Auer am eigenen Leib erfahren wie geil sowas ist, da Sie bei uns 2:0 gewinnen konnten. Der Triumph hielt also nicht lange und der Abstieg unserer seits hatte begonnen....

Dejo
16.04.2009, 14:15
Habe zwar schon einige tolle Spiele im Stadion sehen dürfen, aber auch viele Niederlagen. Das gehört einfach zum Fußball dazu, und erst durch die richtig bitteren Dinger (Mainz/Schalke Pokal, Wolfsburg Abstieg, etc.) machen die großen Siege(Dortmund Nichtabstieg, Glasgow UEFA Cup) umso süßer.

Aber ein Sieg hat die Messlatte sehr, sehr hoch gelegt. Ich wüsste nicht wie man das noch toppen soll.
18.05.2008 K'lautern vs. Köln
Jahre lang war mein Fandasein von Niederschlägen geprägt. Kurzzeitige Erfolge konnten nicht verdecken, dass der FCK seit dem Meistertitel 98' immer mehr abrutschte. (Siehe auch diesen Post (http://www.sofacoach.de/forum/showpost.php?p=4417&postcount=23)).
Die Saison 07/08 verlief denkbar schlecht unter einem Trainer Rekdal in den viele Hoffnungen gesetzt wurden. Wieder mal ein glatter Fehlgriff, denn es ging von Anfang an gegen den Abstieg.
Der FCK wurde jahrelang von seiner Führungsetage in aller Öffentlichkeit blamiert. Jedes mal die selben Tricks um sich über die Jahreshauptversammlung zu retten. Jedes mal die selben Durchhalteparolen, auf die wieder 3 beschissene Spiele folgten. Immer sagte man sich: 'schlimmer kanns nichtmehr werden' und dann schafft es der Verein doch noch einen draufzusetzen. Man wird einfach müde mit der Zeit.
6 Spieltage vor Schluss hatte man also 8 Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Kein Geld war da. Keine Fachkompetenz. Der Verein war am Arsch. Was war ich gefrustet...
Dann kam die Aufholjagd unter Milan Sasic und die Mannschaft hat sich für das letzte, entscheidene Saisonsspiel die Ausgangslage erarbeitet, dass man bei einem Sieg, unabhängig von den Ergebnissen auf den anderen Plätzen, die Rettung geschafft hätte. Bereits ein Unentschieden wäre, ebenfalls unabhängig von den anderen Spielen, zu wenig gewesen.

Es war also jener denkwürdige Sonntag an dem alles auf dem Spiel stand. Ein Abstieg hätte das sichere Aus für den Verein bedeutet. Der Arsch ging jedem der 48.500 Zuschauer im Fritz-Walter-Stadion auf Grundeis, es sei denn man war Kölnfan an diesem Tag. Köln..., Tabellenerster..., die waren ja schon sicher aufgestiegen.... "Entweder sind die noch voll, oder die spielen befreit auf, und versenken uns". Vorteil oder Nachteil ? Keiner wusste es so genau.
Die Nacht zuvor war kurz, weil ich kaum ein Auge zudrücken konnte. "Was wäre wenn... ?" - Ach am besten gar nicht drüber nachdenken.
Morgens am Bahnhof traf ich dann meine Mitstreiter. Die Stimmung war leicht gedrückt. Dunkle Wolken bedeckten den Himmel. Die Zugfahrt verging quälend langsam. Viel langsamer als sonst. Jedem, der auf der Strecke zustieg sah man im Gesicht an, dass er die Hosen voll hatte. Aber da war ja noch dieser Stefan Kuntz, der immer wieder betonte, dass man auch in 8 Spielen noch zum Helden werden kann. Er gab uns die Hoffnung, dass sich diese Horrorsaison doch noch zum guten Wenden könnte.
Und auch wir waren entschlossen. Wenn untergehen, dann wenigstens mit wehenden Fahnen. Den Verein sollten diese Selbstdarsteller klein kriegen. Uns Fans nicht !
Man machte mobil für die letzte Schlacht. So viele Leute die mit dabei sein wollten, auch ohne Karte. Alle waren sie gekommen...

So ging es dann den Berg hinauf, und aufgrund eines Aufrufs im Internet blieben wir auf halbem Weg stehen. Nämlich an dem Tor, in das die Mannschaftsbusse hinein rollen sollten. Nach und nach füllte sich der Bereich und letztendlich standen gut über 1000 Fans spalier auf dem Weg hinauf zu besagtem Stadiontor, um der vorbeifahrenden Mannschaft zuzujubeln. Der Mob war bereits dort am Anschlag.
Das DSF versuchte diese Kulisse einzufangen, musste dies jedoch kurzerhand abbrechhen, da wohl einigen Fans Jörg Dahlmanns Frisur nicht gefiel :rofl:.
Kurze Zeit später fand man sich dann im Stadion wieder. Noch schnell ne Wurst und ein Bier und rein in die, aus allen nähten platzende, Kurve. Die Stimmung war prächtig.
Zum Einlauf der Spieler wurde eine kleine Choreographie präsentiert auf der nur ein Wort prangte. "Unzerstörbar"
http://img26.imageshack.us/img26/6048/choreo.jpg

Das Spiel ging los. Der FCK begann druckvoll, leidenschaftlich und bestimmte das Spiel, aber ohne die nötige Durchschlagskraft. Das Publikum feuerte die Jungs trotzdem frenetisch an. Kurz vor der Pause kam man dann doch noch zu einigen Chancen, aber zur Halbzeit stand es 0:0. Aber wir brauchen doch unbedingt eins, MAN ! Ein wenig machte sich Ernüchterung breit. Sollte der SuperGAU etwa doch eintreten ?
Mit dem Mute der Verzweiflung stürzten wir uns in zweite Halbzeit. Aber zunächst kam der FC aus Köln besser aus der Kabine und machte etwas Druck. Rund 60. Minunten waren gespielt, als der FCK das Zepter wieder übernahm. Eine halbe Stunde noch um das Tor zu treffen. Nun aber rollte Angriff um Angriff auf das Kölner Tor. Nicht aufgeben ! Jetzt muss das Scheißding halt irgendwie rein !
Doch mitten in die Drangphase unsererseits kam ein Konter der Kölner. Helmes dribbelt den letzten Verteidiger aus und schießt... mir rutscht das Herz in die Hose - ich habe das Gefühl, als würde sich alles in Zeitlupe abspielen... mucksmäuschen still war es in diesem Moment... PFOSTEN !!!! Puhhh. Durchatmen. Gerade nochmal gut gegangen.
Aber weiter gings. Unermüdlich schleppten jetzt Lexa, Bello, Reinert und Ziemer die Bälle nach vorne. Dann die 70. Minute. Bellinghausen auf Links. Flanke halbhoch an den kurzen Pfosten. Verunglückte Abwehr eines Kölners, genau vor die Füße von Simpson... TOOOOOORRRR!!! SIMPSOOOOOOOON JAAAAA !!! EXTASE PUR!
Einfach ein unbeschreibliches Gefühl und nicht nur ich hatte die Pisse in den Augen. Ringsrum Menschen im Freudentaumel. Wo waren überhaupt meine Kumpels ? Scheißegal man!!!!!
Kurz darauf fing es auch noch an zu regnen. "Fritz Walter Wetter!" hallte es durchs Stadion. Man hätte das Ende nicht besser inszenieren können. Was sollte nun noch schief gehen ? Nichts. Denn unsere Jungs machten einfach weiter. Immer weiter. Wie die wilden rannten sie jedem Ball hinterher. Diesmal erkämpft sich Lexa den Ball auf Links. Flanke vors Tor. Ziemer hält den Fuß hin - 2:0. Nochmal explodierten die Kehlen in der Kurve. Wir waren durch! Der Rest war nurnoch eine einzige Party, garniert mit dem grandiosen 3:0 von Marcel Ziemer.
Dann der Schlusspfiff und nun brachen endgültig alle Dämme.
Platzsturm ! Saufen ! Singen ! Tanzen ! Lachen !...
Es war vollbracht.

Die Helden:
Tobias Sippel
Aimen Demai
Moussa Ouattara
Georges Mandjeck
Christopher Lamprechthttp://www.fussballdaten.de/bilder/clear.gif
Sascha Kotysch
Axel Bellinghausen
Stefan Lexa
Sebastian Reinert (76. Jendrisek)
Josh Simpsonhttp://www.fussballdaten.de/bilder/clear.gif(80. Runström)
Marcel Ziemer (84. Bohl)

Tore:
1:0 Josh Simpson 70. (Linksschuss, Bellinghausen)
2:0 Marcel Ziemer 75. (Rechtsschuss, Lexa)
3:0 Marcel Ziemer 81. (Rechtsschuss)

Spielbericht DSF:
Halbzeit 1 (http://www.myvideo.de/watch/4763842/KaiserslauternVSKoeln_1_HZ_DSF)
Halbzeit 2 (http://www.myvideo.de/watch/4764397/KaiserslauternVSKoeln_2_HZ_DSF)

Martyr
16.04.2009, 16:16
Habe eben bei der Zusammenfassung nochmal genauso mitgefiebert, war definitiv auch mein herausragendstes Spiel. Habe die Nacht vorher auch kaum geschlafen, und die Freundin, die dabei war, meinte mich noch nie so nervös gesehn zu haben.
Bei Helmes Pfostentreffer bin ich eben nochmal fast vom Stuhl gefallen, dann die erlösenden Treffer, ein Traum.
Der Platzsturm im Regen, es war unvergleichlich.

Zlatan
16.04.2009, 23:35
Marcel Ziemer! Das ist so ne Maschine eigentlich, der junge hat/hatte so viel Potential. Hab mit dem in der Jugend gekickt, und war immer ein Genuss mit ihm zu spielen, bzw. im zuzusehen.
Ausserdem ueberragende BL Bilanz. 2 EInwechslungen, 2 Tore.

Der Hans
11.07.2009, 20:14
Ich wollte hier auch immer schon was posten, bin aber nie wirklich dazu gekommen. Das wird jetzt hier nachgeholt.
Eines vorweg: Es könnte länger dauern und nehmt es mir nicht übel, wenn ich öfter mal vom Thema abweiche und/oder mich in Wiederholungen verstricke.

Meine Stadiongänger-Karriere begann so unspektakulär wie vorhersehbar mit mehreren Besuchen des heimischen Regionalligisten parallel zum Beginn meiner aktiven Laufbahn in der Saison 1995/1996. Zu der damaligen Zeit waren Vereine wie die der 1. FC Saarbrücken, die SG Wattenscheid 09, LR Ahlen oder auch die SpVgg Erkenschwick zu Gast im Preußenstadion. Vereine, die heute zum Teil leider in unerklärlichen Versenkungen der Amateurligen verschwunden sind. Mit meinen damals knapp 8 Jahren war die Kulisse von ca. 5000-7000 Zuschauern nahezu gigantisch, kannte ich doch bisher nur die Steintreppen für 150 Leute meines eigenen Vereins.

Der erste Schritt zur Abhängigkeit vom Fußball war getan und es gab kein Zurück mehr. Erst recht nicht nach dem ersten richtigen Höhepunkt meines Fußballerlebens.
Wo feiert man mit seinem besten Freund (zu diesem Zeitpunkt auch schon blau-weiß) und sechs Anderen als 8-Jähriger seinen Geburtstag am besten? Natürlich in aller Öffentlichkeit und mit 70.000 fremden Leuten im ausverkaufen Parkstadion beim Derby aller deutschen Derbys gegen unsere schwarz-gelben „Freunde“. Der zweite November 1996 wird deshalb noch lange ein unvergessener Tag für mich bleiben.
Der Nachmittag fing jedoch erst einmal voller Hektik an. Am Stadion angekommen wollte uns kein Ordner in irgendeinen Block lassen, da wir sowohl Schalke-Utensilien (Trikots, Mützen, Schals) als auch Dortmund-Fanartikel (eine große Fahne, Schals) dabei hatten. Rivalität war für uns in Grundschulzeiten ein Fremdwort, allerhöchstens bekannt aus dem Sportunterricht, wenn Brennball gespielt wurde. Nach dem Tipp eines Ordners, alle Erkennungsmerkmale wegzupacken und es in einem „neutralen“ Block zu versuchen, kamen wir endlich zu unseren Plätzen. Schräg hinter dem Tor, zwischen Haupttribüne und Auswärtsblock (?), dort wo heute das „Medicos auf Schalke“ steht. Schon vor dem Anpfiff ging es im benachbarten Dortmundblock hoch her, erste Rauchbomben und Knallkörper wurden gezündet, die Polizei hatte alle Hände voll zu tun und nicht wenige Anhänger der schwarz-gelben wurden aus dem Block rausgeholt. Aber zurück zum Spiel, für das wir uns dann doch mehr interessierten. Beide Mannschaften fingen zum Großteil mit ihren späteren Europapokal-Helden an, es war alles gerichtet für ein großes Fußballfest. Spätestens nach einer Viertelstunde war es allerdings vorbei mit der Herrlichkeit (streng genommen fing diese mit dem Treffer von Heiko Herrlich hier erst an) und das Unheil nahm seinen Lauf. Ich bin mir aber auch heute noch sicher, dass dem 0:1 ein Handspiel vorausgegangen ist. 20 Minuten später schien das Spiel auch schon gelaufen zu sein, wie sollten auch 10 Schalker das Spiel noch drehen, nachdem Jiri Nemec vom Platz gestellt worden war? Bis zur Pause konnte keine Mannschaft mehr ein Tor erzielen, nach dem Seitenwechsel ging es dafür umso rasanter weiter. Martin Max erzielt nach einer knappen Stunde den Ausgleich - einen solch lauten Jubel von den Tribünen habe ich danach lange nicht mehr miterlebt - und das Spiel schien wieder offen zu sein. Allerdings hatte niemand die Rechnung ohne das Gefühl für gute Einwechslungen eines gewissen Herrn Hitzfeld gemacht. 5 Minuten vor dem 1:1 eingewechselt, entschied Stephane Chapuisat die Partie mit einem Doppelschlag innerhalb von zwei Minuten und insgesamt nur sechs nach dem Ausgleich zu Gunsten der Dortmunder.
Dieses Spiel war ganz sicher ein würdiger Einstieg in die Welt des großen Sports und der ganz großen Stadien. Ganz besonders in Erinnerung geblieben sind mir auch noch die Einladungen, die in harter Handarbeit und mit sehr viel Vorfreunde erstellt wurden. Und warum? Weil sie von einem ganz großen der späten 90er Jahre in der Bundesliga geziert wurden. Meinem ganz persönlichen Coverspieler, mindestens drei Ligen über Jan Schlaudraff: Krassimir Balakov!

Das nächste Spiel, das mir als ein besonderes in Erinnerung geblieben ist, war weitaus unspektakulärer. Man könnte es am besten in eine Kategorie „einfach mal Bundesliga gucken“ einsortieren, allerdings mit Mannschaftsfahrtcharakter.
In der Saison 1999/2000 ging es mit der kompletten Mannschaft zum Spiel Leverkusen – Freiburg in die BayArena. Die frühe Führung durch Kobiashvili konnte Emerson nach der Pause egalisieren. Im Nachhinein betrachtet ist und bleibt der unangetastete Höhepunkt jedoch kein Tor, kein Platzverweis oder ein verschnupfter Trainer. Wenn Thomas Brdaric für Paulo Rink eingewechselt wird, dann bleibt garantiert keine Hose zu. :hardlove:

Nach diesem Spiel folgten mehrere Jahre, in denen ich zwar weiterhin sporadisch ins Stadion ging, jedoch war vorerst kein weiter erwähnenswertes Spiel unter den besuchten. Als neu kennengelernte Stadien kamen in dieser Zeit das Westfalenstadion und das Stadion im Borussia-Park hinzu.

Die nächste Episode knüpft an Boubas Eingangspost an, wir befinden uns wieder im Sommer 2006. Ganz Deutschland versinkt in einem riesigen Fahnenmeer, Poldi und Schweini sind das Traumpaar des Sommers und Schlenzer vom 16er-Eck werden legendär. Aber die WM besteht nicht nur aus Schlaaaaaaaand, Last Minute-Toren gegen Polen und Kopfstößen.
Unbeachtet vom Großteil der Öffentlichkeit trafen im WM-Stadion Hannover Südkorea und die Schweiz aufeinander und feuerten ein Stimmungsfeuerwerk ab, das seinesgleichen sucht und so schnell mit Sicherheit nicht finden wird. Es ist alleine schon ein eindrucksvolles Bild, wenn ca. 90% des Publikums in Rot gekleidet ist, gegen die Soundkulisse war das aber nur ein verschwindend unbedeutendes Detail am Rande. Die Koreaner können wirklich rhythmisch klatschen bzw. ihre Schlaghölzer zusammenführen und das auch mit 15.000 Personen, die den Auftritt vorher höchstens im Rahmen eines vorherigen Vorrundenspiels geprobt haben können. Getoppt wurde die eindrucksvolle Choreographie allerdings noch von den Eidgenossen. Unter größten Anstrengungen wurden Kuhglocken von der Größe eines aufgepumpten Fußballs ins Stadion gebracht, für die manche schmal gebauten Schweizer eine Tragehilfe gut gebraucht hätten. Wie mir im Laufe der lautesten 90 Minuten meines Lebens mehrmals versichert wurde, wollten die Ordner an den Drehkreuzen die Glocken mit Hinweis darauf, dass sie als Wurfgeschosse benutzt werden könnten, erst nicht ins Stadion lassen. Auch Hinweise auf den Wert des „Altmetalls“ hatten nicht die erwünschte Wirkung, ging man anscheinend davon aus, dass es einem Schweizer auch mehrere hundert Euro wert sein kann, nur damit er nicht mit Feuerzeugen oder ausgedienten Handys werfen muss wie es der Ottonormalfußballfan macht. Wie das alpine Instrument dann letztendlich den Weg vorbei an Einlasskontrollen und auf die Tribüne geschafft hat war zwar nicht mehr zu klären, aber augenscheinlich war es keine Seltenheit, im Stadion die Leitkuh zu geben. Schließlich war ich eingerahmt von 5 (in Worten: fünf!) Eidgenossen, die jedem Glockenspiel ernst zu nehmende Konkurrenz bieten konnten. Selbstredend wurden dem Geläut dann auch ununterbrochen Töne entlockt, die normale Münsterländer Trommelfälle schnell an ihre Grenzen bringen und auch Stunden nach Spielschluss ein Ohrensausen hinterlassen, dass man eher erwarten würde, wenn man sich einen ganzen Abend lang direkt neben der Bassbox einer Disko aufhalten würde.

Der nächste stimmungstechnische Paukenschlag sollte noch im gleichen Jahr folgen, auch wenn ich nach diesem denkwürdigen Abend nicht damit gerechnet hätte. Die Liebe zum eigenen Verein setzt dann aber doch noch einiges mehr an Emotionen frei als ein Länderspiel, das man sich als neutraler Fan des Sports anguckt. Schauplatz war im Herbst 2006 die Veltins-Arena, in der die Münchner Bayern zum Spitzenspiel zwischen dem Tabellendritten und –zweiten begrüßt wurden. Das Spiel stand allerdings im Schatten von Fanprotesten gegen die Leistung der eigenen Mannschaft.
Für diejenigen, die sich nicht mehr daran erinnern oder nicht so viel davon mitbekommen hatten: Unter dem Motto „Eure Leistung macht uns sprachlos“ wurde zu einem 19:04-minütigen Stimmungsboykott aufgerufen. Nachdem das Vereinslied noch aus tausenden Kehlen gesungen wurde, verstummte ein Großteil der sonst dauersingenden Ultras.
Auf eine harte Probe wurde der Protest schon nach nicht einmal 15 Minuten gestellt, als Peter Lövenkrands die 1:0-Führung erzielen konnte. Nach kurzem, deutlich verhaltenem Jubel ging es aber auch schon weiter mit dem wortlosen Boykott. Etwa eine Minute vor dem „offiziellen“ Ende des Schweigens stieg der Lautstärkepegel langsam wieder an und 60.000 machten sich bereit für eine Unterstützung, die man auf Schalke lange nicht mehr erleben durfte. Neben einzelnen schon eher gestarteten Gesängen gesellte sich auch das „Vorbereitungsritual“ für die Laola (Arme nach vorne etc.; ich denke ihr wisst was ich meine ;)) mit einem stetig lauter werdenden Raunen, das schnell zu einem enormen Summen anstieg. In diesen Augenblicken waren sicherlich mehr Blicke auf die Stadionuhr als auf das Spielgeschehen gerichtet, damit man auch bloß nicht zu früh oder Spät den Support wieder voll hochfährt. Was aber dann passierte brachte das eh schon bis zur absoluten Höchstgrenze gefüllte Fass zum explosionsartigen Überlaufen.
Kobiashvili bekommt den Ball etwa 20-25 Meter vor der Nordkurve, läuft noch fünf Meter auf das Tor von Oliver Kahn, hat keine Anspielstation mehr, versucht es mit einem Schuss, trifft den Ball perfekt und befördert das Spielgerät zum genialsten aller Momente an den schönsten aller Orte, in den Winkel des gegnerischen Tores. Von meinem Platz in der Südkurve hatte ich perfekte Sicht auf die Szene, gefühlt hat niemand den Ball vor mir im Netz zappeln gesehen, für einen Sekundenbruchteil hatte ich das Gefühl, mein Jubelschrei wäre der Einzige im ganzen Stadion. Dann brach der gewaltigste Jubel aus, den ich bis heute erleben durfte und ich glaube nicht, dass es dazu noch einmal eine Steigerung geben wird. Dieser eine Moment, der Schulterschluss mit der Mannschaft, der Startschuss für eine Saison, an deren Ende man Vizemeister sein würde, das muss man einfach erlebt haben. Mir fehlen gerade die passenden Worte, ich habe beim Tippen eine Gänsehaut und bin mir sicher, dass eine solche Szene auch der beste Hollywood-Regisseur sich nicht hätte ausdenken können.

Ein Dreivierteljahr später, drei Monate nachdem man nach Meinung etlicher Dortmunder die Meisterschaft in Lüdenscheid verspielt hatte, kam es am zweiten Spieltag der Saison 2007/2008 schon zum nächsten Derby. Das zweite, bei dem ich selbst im Stadion sein würde (nach 1996, s.o.) und bei dem ich im Vorfeld natürlich auf einen ungleich erfolgreicheren Ausgang gehofft hatte. In der Vorwoche hatte Duisburg die Dortmunder zu Hause auseinandergenommen, Schalke war mit einem Unentschieden beim Meister aus Stuttgart gestartet. Alles war bereitet für eine Revanche, doch das, was kommen sollte hatte wohl niemand erwartet. Kuranyi trifft nach zwei Minuten nur die Latte, das 1:0 fällt nach deren 10. Pander nach einer halben Stunde per Freistoß und das „Schwabbelschwein“ Asamoah erhöhen auf 3:0 und Kuranyi erzielt nach 75 Minuten den 4:1-Endstand. Was war das für eine Genugtuung, Dortmund mit dem perfekten Fehlstart, kaum noch Sticheleien von befreundeten Zecken und das persönlich schönste für mich: mein verzweifelnder Vater, bekennender Borusse, der mit mir im Stadion war. Es gibt doch wenig Schöneres als Schadenfreude, die man direkt an jemandem ausleben kann.

Das schönste „Gesamtpaket“, 90 Minuten Fußball inklusive Anreise Im Fanbus und völlige Übermüdung an den folgenden Tagen folgte dann letztes Jahr im April. Es stand das Viertelfinalrückspiel in der Champions League beim FC Barcelona an und kurzentschlossen (einen Post zu akutem Geldmangel und schleunigst beantragter Kredite müsste es im Forenarchiv geben) habe ich mich um eine Karte für 50 Stunden „Schalke total“ beworben, wobei im Endeffekt nur 2 der 50 Stunden auch wirklich Fußball gespielt wurde. Die restlichen zwei Tage verbrachte ich in einem Reisebus, in der stickigen Mittagshitze von Barcelona und nicht wenig Zeit in U-Bahnen, die sich mal mehr, mal weniger vom Camp Nou entfernten. Los ging die weite Reise Dienstagmittag ab der Vereinskneipe in Gelsenkirchen. Nach mehrmaligem Hinweis, die Eintrittskarten auf keinen Fall zu knicken oder anderweitig auf unnatürliche Art und Weise zu behandeln, wurden knapp 200 Verrückte in Busse gepfercht, mit Bier versorgt und mit Hilfe monotoner Dauergesänge recht schnell in andere Bewusstseinszustände befördert. Nach ungefähr 20 Stunden kamen die Busse dann am frühen Mittwoch wie geplant in Barcelona an und es war Zeit, sich endlich von meinem heiß geliebten Sitzplatz (-> neues Körperteil, das) zu trennen. Empfangen wurde die Meute von einem lieblosen Fanfest, bestehend aus einem leeren Platz, überteuerten Restaurants und einem von Einheimischen belagerten Rodeopferd. Nach kurzer Stippvisite dort wurde dann einfach die gesamte Stadt ziellos in blau-weißen Gruppen erkundet und die Spanier konnten schon einmal Bekanntschaft mit deutschem Liedgut machen. Favorisiert wurde hier eindeutig „Olé, wir fahr’n in’n Puff nach Barcelona“, was auf Grund der geographischen Gegebenheiten auch nicht weiter verwundern dürfte. Nachdem man den ewig langen Tag dann halbwegs hinter sich gebracht hatte ging es langsam aber sicher in Richtung Stadion. Ohne Stadtplan, Spanischkenntnisse, U-Bahn-Fahrkarten (galten die Karten für das Spiel jetzt für die Bahn oder nicht!?) und mit einem gehörigen Alkoholpegel gestaltete sich dieser Weg allerdings schwieriger als gedacht, wurde letztendlich aber doch souverän gemeistert. Dann hieß es auch schon, schleunigst ins Stadion zu kommen, denn die Ordner hatten sich offensichtlich zum Ziel gesetzt, erst alle Schalker ins Stadion zu schleusen, bevor auch nur ein Spanier das weite Rund betreten durfte. Nach Spielende wiederholte sich dieses Spielchen dann, nur mit dem Unterschied, dass erst alle 80.000 Spanier das Stadion verlassen haben mussten, bevor uns die Tore geöffnet wurden um unsere Blöcke verlassen zu können. Aus dem Stadion ging es dann doch recht zügig raus und die Stimmung war auch nach dem, zugegebenermaßen erwarteten, Ausscheiden noch ausgelassen, ohne jedoch Anzeichen von irgendeiner Art von Gewalt. Das sahen die spanischen Behörden anscheinend anders, wurden wir doch mit einem Polizeikorridor erwartet, der sich ca. einen Kilometer entlang einer abgesperrten Straße erstreckte. Niemand wusste, wo es überhaupt hingehen sollte, wo die Fanbusse geblieben waren oder wie es in die Stadt bzw. zum Flughafen (der Tagesflieger ging zwei oder drei Stunden nach Abpfiff) ging. Zum Schluss haben aber doch alle ihren Sitznachbarn im Bus wiedergefunden und es ging zurück Richtung Deutschland.
Meine Abiklausuren fünf Tage nach dem Spiel (eine hatte ich montags vor der Abfahrt geschrieben) habe ich dann auch geschafft, obwohl einige mich im Vorfeld schon für verrückt erklärt hatten, während der ihrer Meinung nach wichtigsten Phase der gesamten Schulzeit so eine Fahrt mitzumachen. So hatte ich die Gewissheit, alles richtig gemacht zu haben. Mein persönliches Sommermärchen ging seinen Lauf.


Hiermit enden dreieinhalb DIN A4-Seiten und 2300 Wörter in der Hoffnung, noch viele beeindruckende Spiele erleben zu dürfen. Vielen Dank an alle, die bis hier hin durchgehalten haben!