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Alt 28.11.2011, 17:48
PapaBouba
-US-
 
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Absolutes Leibgericht von mir sind Schälrippchen aka Spare Ribs.

Meine Ma würzt die immer mit Salz, Pfeffer, viel Senf und brät die anschließend im Bräter an, schüttet Wasser zu und stellt sie abgedeckt bei Umluft in den Ofen. Da die Dinger so wahnsinnig gut schmecken, will ich mir den Geschmack nicht versauen mit meinem verwurschteln und probiere seit längerem an einer eigenen Art und Weise.

Nach zufriedenstellenden Versuchen mit diveresen Garmethoden und diversen Rubs habe ich am Samstag einfach mal das beste aus allen Methoden zusammengezogen und bin nun vollends zufrieden und überglücklich.

Zutaten - kalkuliert für eine Person die 1kg Rippchen verdrückt:

Das Wichtigste
1 kg Rippchen
BBQ-Sauce: Mein Favorit dabei

Für den Spice Rub
1 EL Knoblauch-Pulver
1 EL Zwiebel-Pulver
1 EL Salz
1 EL Cayenne-Pfeffer
1 EL schwarzer Pfeffer
1 EL weisser Pfeffer
5 EL brauner Zucker
50g Paprikapulver, mild

Für die Marinade
ca. 200ml Apfelsaft
3 EL BBQ-Sauce
3 EL Ketchup
2 EL Honig
2 EL Senf, mittelscharfer
Reste vom Spice Rub
Tabasco
Worcestersauce

Allgemein
Pinsel
kleinen Topf
Tupperdose
Frischhaltefolie
Alufolie
Backpapier
flache Auflaufform
Wasser

Zubereitung

Tag 1 - Der einfachste und bequemste Teil: Die Vorbereitung
Einkaufen der Zutaten und ab nach Hause. Zu beachten ist lediglich die Qualität des Fleisches. Ich mag lieber die 200g-Stück mit breiten Knochen, als die 500g-Stück mit diesen fiesen kleinen weissen Knochen. Generell lieber mehrere kleine, als ein großes Stück. Und lieber ein paar Mark mehr ausgeben, als am Ende zu ärgern.

Zu Hause angekommen packen wir die Rippchen aus und betrachten sie an der Unterseite. Wenn da noch eine Silberhaut zu sehen ist, dann weg damit. Mit dem Stiel eines Löffels drunter fahren, paar mal hin und her rütteln und abziehen. Wer die Rippchen noch waschen will, kann dies gerne tun. Ich wasche Fleisch grundsätzlich nie.

Nun eine Tupperdose zur Hand. Dort kommen alle Zutaten für den Spice Rub rein und werden danach kräftig mit einander vermischt.

WICHTIG VORAB: Unbedingt 3-4 EL von dem Rub in der Dose lassen.

Jetzt eine Lage Frischhaltefolie ausbreiten, etwas Spice Rub drauf streuen und das Rippchen mit der Unterseite nach oben auf die Folie legen. Mit einem Löffel unten ordentlich Rub drüber streuen, mit den Händen verteilen und leicht andrücken. Rippe wenden und das gleiche noch einmal machen. Rub, streuen, verteilen, drücken, fertig. Die Seiten nicht vergessen.



Nun die Folie stramm um das Rippchen wickeln und ab in den Kühlschrank. Dies wiederholen bis alle verbraucht sind. Tupperdose verschließen. Ab in Schrank. Zufrieden nicken. Auf die Schluter klopfen. Bierchen öffnen. Fertig.




Tag 2 - aka "Hmmmmmm. MEHR!": Die Zubereitung

WICHTIG VORAB: 4h bevor das Essen geplant ist muss begonnen werden!

Als erstes an diesem wunderschönen Tag nehmen wir die Rippchen aus dem Kühlschrank und stellen sie beiseite. In der Zwischenzeit heizen wir den Ofen auf 150° Ober- und Unterhitze vor. Ein Backblech auf unterste Stufe stellen, die Ofenform darauf und mit Wasser befüllen. Das Gitter auf das die Rippchen kommen direkt darüber stellen.
Anschließend einen kleinen Topf auf den Herd und auf höchste Stufe stellen. Alle Zutaten für die Marinade in diesen Topf rein, kurz warten bis es köchelt, Herd auf mittlere Stufe runter, rühren, nicht abdecken. Das lassen wir nun ca. 20 Minuten einkochen - unter gelegentlichem rühren - bis es dickflüssiger wird.

In der Zwischenzeit packen wir die Rippchen aus und reiben den Spice Rub vorsichtig von den Rippchen runter. Also nicht alles davon, nur die Brocken und alles was zu viel erscheint. Wenn man es einmal macht, dann weiß man, was ich gerade meine. Alle Rippchen befreit? Marinade eingekocht? Super!

So viel 50cm-lange Lagen Alupapier übereinander wie man Rippchen hat. Nun jeweils ein Rippchen auf die Alufolie und oben und unten schön dick mit der Marinade bepinseln. Das Paket kräftig verschließen. Und noch einmal Alufolie drumherum. Wichtig ist, dass ihr jeweils den Überblick behaltet, wo oben ist. Die Rippchen sollen am Ende mit der Unterseite auf dem Rost liegen. So kann das Fett von oben nach unten durch das Fleisch wandern und dabei den herrlichen Geschmack hinterlassen. Die Öffnung der zweiten Folienschickt liegt am besten oben, dann kann nix raustropfen. Nun das fertige Blech in den Ofen. Jetzt liegt die schwerste Zeit vor uns: Das Warten. Das elendige und ewige Warten von exakt 3,0 Stunden. Drei Stunden!



Das Warten hat ein Ende - Finishen der Rippchen

Das Blech aus dem Ofen nehmen und den Rippchen draussen 10 Minuten Ruhe gönnen. In der Zeit Wasser in die Form die sich noch im Ofen befindet nachschütten und die Temperatur auf 170° erhöhen.
Nun werden die Dinger - am besten über der Spüle - ausgepackt. Vorsicht ist dabei geboten. Erstens weil sie butterzart sind und das Fleisch vom Knochen fällt - es das aber noch nicht soll. Und zweitens weil die Teile so verdammt noch einmal heiss sind. Aber egal - es lohnt sich am Ende. Versprochen. Jedes Rippchen wird also ausgepackt und wieder auf das Rost gepackt - was vorher mit Backpapier ausgelegt wurde. Oder auch nicht. Freie Auswahl. Mit der ersten Methode bleibt der Ofen, der Rost und das Blech darunter sauber. Deswegen meine Favorit: Mit Backpapier. Fertig? Gut.

Nun tragen wir schön dick auf jedes Rippchen die unfassbar gute BBQ-Sauce auf die Oberseite auf. Die macht geschmacklich einen Riesenunterschied. Natürlich auch vom Aussehen: Das ganz unten links ist ohne BBQ. Das ist immer mein Testrippchen, wie die Marinade und der Rub funktionieren.



Rost in den Ofen für 10 bis 15 Minuten und die BBQ-Sauce überbacken. Ofen abdrehen und los geht der Genuss der unheimlich leckeren, saftigen und zarten Rippchen die viel Zeitaufwand, aber wenig Arbeit erfordern und denjenigen der sie probiert mit ihrem Geschmack belohnt.

Dazu gibt es bei mir immer: NICHTS. Kein Brot, keine Kartoffeln, kein Ketchup, kein Dip. Nur Bier. Ein schönes kühles Bier.

Viel Spaß beim nachkochen und über Anregung und Feedback freue ich mich schon mal vorab.

Guten Appetit!



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